Die Wahrheit der Windmühlen

13.00

Auf dem Weg zu  mir selbst
Veröffentlicht: 2009
295 Seiten, Paperback
ISBN: 978-3-00-028189-1

Artikelnummer: 3103 Kategorie:

Beschreibung

Leseproben:

„…In Zeiten, als der christliche Kaiser und christliche Fürsten für Ordnung und Gerechtigkeit in der Welt sorgten oder zumindest vorgaben, es tun, schien es mir noch verständlich, dass sich fromme Mönche und fromme Christen von der Welt verabschiedeten, um in mystischer Versenkung das Heil ihrer Seele zu suchen. Doch christliche Herrscher von Gottes Gnaden gab es längst nicht mehr. Banditen und Ganoven hatten im christlichen Europa die Macht übernommen, zunächst die Faschisten und schließlich die Kommunisten, die nun wie in ganz Osteuropa so auch in Polen und in Schlesien ihr Terrorregime ausübten, die mit physischer und psychischer Gewalt versuchten, den Menschen ihren Willen aufzuzwingen, mit ihrer Lügenpropaganda ihren Verstand zu verwirren. Und da war die Angst vor Folter, Verelendung, Tod, und da war die Feigheit, die Angst und die Feigheit, die den Lügen Tor und Türen öffneten, so dass sie sich in den Köpfen festsetzen und Wurzeln schlagen konnten.
Nein dies war nicht die Zeit, um weltabgewandt sich mit dem eigenen Seelenheil zu beschäftigen. Ich war überzeugt, dass ich mich engagieren müsse, mich für die Wahrheit einsetzen, um sie kämpfen müsse. In Zeiten des Terrors, der Lüge und Verlogenheit, ich der Prophet, dazu berufen, mit donnernden Worten von der Kanzel herab – „
„… Im Schutz der Klostermauern hatte ich mir aus Wünschen und Träumen meine eigene Welt zurechtgezimmert, in der ich nach belieben mich engagieren und getreu meinem Motto: …und die Wahrheit wird euch befreien, für die Wahrheit kämpfen konnte. Ich, der Prophet im Elfenbeinturm, der Held, der Don Quichotte, der mit der Lanze tapfer für die Wahrheit der Windmühlen kämpft.“
„… Ich bin in Deutschland, in der Bundesrepublik Deutschland, im „Reich“, wie die Oberschlesier sagen, im Wirtschaftswunderland, in dem angeblich Milch und Honig fließen.
Und angekommen am Hauptbahnhof in Hannover trete ich feierlich durch das Portal auf den Bahnhofsplatz hinaus – ich habe meine Koffer in der Bahnhofshalle in einem Schließfach verstaut – , trete also freihändig feierlich auf den Bahnhofsplatz und – ich bin überrascht, denn ich werde begrüßt, begrüßt von einem riesigen Pferdehinterteil, von einem Pferdeschwanz, der sich mir buschig wehend entgegenstreckt, und von dem Reiter auf dem Pferde, der mir den Rücken zukehrt, dieser breite, kantige Rücken, und die Mütze auf dem Kopf, ein randloser Zylinder mit einem Federbusch darauf, Sobieski hatte so etwas getragen, Jan Sobieski, der Polenkönig, auf einem historischen Gemälde von Matejko, als er im Jahre 1683 vor Wien die Türken schlug. Doch es ist nicht Sobieski, natürlich nicht, was sollte der hier auf dem Bahnhofsplatz in Hannover, ich gehe einige Schritte voran, schaue mir Pferd und Reiter jetzt von der Seite an, es ist irgendein August – Ernst August, so steht es eingraviert auf dem hohen Marmorsockel – , der allen, die durch das Bahnhofsportal die Stadt betreten, seinen Rücken zukehrt oder, wenn man so will, allen voraus- und voranreitet geradewegs in die Prachtavenue hinein, die vom Bahnhofsplatz aus zwischen hohen Häuserfassaden irgendwohin führt.“

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